12.01.12
Bis zu 10% p.a. mit Schwellenländer-Bonds
Der folgende Beitrag ist ein Auszug aus unserem kostenlosen Börsendienst EMERGING MARKETS REPORT, den Sie unter www.emerging-markets-report.de anfordern können:
Wir wissen nicht, wie Sie sich 2012 am Kapitalmarkt positionieren werden. Die meisten Anleger gehen aber relativ verunsichert ins neue Jahr. Vor allem auf die Frage, wie mittelfristig mit vertretbaren Risiken noch halbwegs attraktive Renditen erzielt werden können, ist inzwischen wirklich nicht mehr leicht zu beantworten.
Allerdings: Wenn man die ausgetretenen Pfade verlässt, gibt es gerade in 2012 noch höchst interessante Möglichkeiten. Vor allem Anleihen aus den Emerging Markets bieten in der momentanen Konstellation sehr attraktive Zins-Konditionen, während die Risiken gleichzeitig überschaubar sind.
Oder kurz gesagt: Das Chance-Risiko-Verhältnis von Schwellenländer-Bonds ist momentan so vorteilhaft, dass sie damit die meisten anderen Anlageklassen schlagen – und zwar um Längen!
Die Risikoaversion zerstört fast alle Rendite-Perspektiven
2011 war von vielen Krisen geprägt, und die Euro-Schuldenkrise war dabei sicherlich die schwerwiegendste. Folgerichtig war 2011 auch ein Jahr der Risiko-Aversion. Diese Risikoscheu hat naturgemäß zu Kursverlusten an den Aktienmärkten geführt, was für die meisten Anleger aber noch halbwegs zu verkraften war.
Viel dramatischer war, was gleichzeitig in anderen Marktsegmenten stattfand, denn dort sorgte die Risiko-Aversion für neue Exzesse. Die Massenflucht in „sichere Häfen“ führte dazu, dass die Preise dieser Anlagen in neue – nie gekannte – Höhen katapultiert wurden. Die Renditen auf diese Anlagen rutschten umgekehrt weiter in den Keller.
Besonders krass war, was sich an den Anleihemärkten abspielte: Dass die Renditen von Staatsanleihen aus Italien, Spanien oder Portugal auf besorgniserregende Höhen kletterten, war dabei noch nachvollziehbar, denn die Furcht vor einem Ausfall dieser Länder war (und ist) schließlich der Kern der Schuldenkrise. Ungläubiges Staunen erregte dagegen der Run auf vermeintlich sichere Staatstitel etwa aus den USA oder der Bundesrepublik Deutschland.
Die Investoren rissen sich geradezu um diese Papiere, obwohl völlig klar war, dass die zu erwartenden Erträge de facto bei nahe Null lagen. Dies zeugt nicht nur von einem gewaltigen Anlagenotstand bei den großen Institutionellen, sondern auch von einer verheerenden Verzerrung bei den Chance-Risiko-Relationen im Koordinatensystem der westlichen Finanzmärkte im Allgemeinen.
Chance und Risiko sind aus den Fugen geraten
Obwohl diese schwerwiegenden Asymmetrien geradezu zum Himmel schreien, sind sich die meisten Anleger dessen noch gar nicht wirklich bewusst. Man muss sich aber einmal vor Augen halten, dass die Investoren in den vergangenen Monaten tatsächlich en masse dazu bereit waren, Kurzläufer aus Deutschland oder Dänemark zu negativen Zinssätzen (!) einzusammeln. Das bedeutet, dass diese Staaten sogar noch Geld dafür bekommen haben, dass die Anleger ihre Schuldtitel kaufen durften.
Bei den Bonds mit längeren Laufzeiten war die Situation nicht viel besser. Die Bundesanleihe mit 10 Jahren Laufzeit rentierte zum Jahresende nur noch mit kümmerlichen 1,84 Prozent. Zehnjährige US-Treasuries wiederum bringen nach wie vor weniger als 2 Prozent Rendite, und finden dennoch reißenden Absatz.
Die Investoren sehen dabei sogar wider besseren Wissens darüber hinweg, dass die Staatsverschuldung der USA gerade über jedes bisher bekannte Maß hinaus eskaliert.
Sie befindet sich inzwischen bei rund 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts mit stark steigender Tendenz. Im Sommer konnte nur ein überparteilicher Beschluss zur Anhebung der US-Schuldenobergrenze den technischen Bankrott verhindern, und kurz danach verlor das Land seine Standard-and-Poor´s-Bonitätseinstufung „AAA“, die es zuvor jahrzehntelang innehatte.
Die Implikationen sind ebenso eindeutig wie betrüblich: Auch die Bonds der bisher als „risikolos“ geltenden westlichen Industrienationen bieten bei weitem nicht den Schutz, den man sich von Ihnen erhofft. Gleichzeitig können die Investoren aber selbst die Hoffnung auf eine angemessene nominale Risikoprämie auf Jahre hinaus begraben (von einer Rendite, die auch noch die Inflationsentwicklung ausgleichen würde, ohnehin zu schweigen). Unter diesen Umständen kann niemand deutsche oder amerikanische Staatsanleihen noch ernsthaft für ein interessantes Investment halten.
Und während sich die Investoren derzeit noch zu Recht die Frage stellen, ob riskantere Investments wie Aktien inzwischen wieder billig genug sind, ist die Gegenfrage bereits geklärt: Die vermeintlich risikoarmen Investments sind zu Beginn des Jahres 2012 definitiv und unter allen denkbaren Gesichtspunkten zu teuer!
Der Ausweg: Schwellenländer-Bonds
Ganz anders sehen die Bonds-Renditen derzeit in den Emerging Markets aus. Wer sieht, welche attraktiven Anleihen-Zinsen in Ländern wie Brasilien oder Indonesien geboten werden, reibt sich mitunter verwundert die Augen.
Auch hier liegt eine erhebliche Asymmetrie vor, die nicht zuletzt auf den Fehlwahrnehmungen der global agierenden Marktteilnehmer beruht. Investoren eröffnet sich dadurch aber die Aussicht auf üppige Renditen, und außerdem auch auf einen eleganten Ausweg aus dem deprimierenden Missverhältnis zwischen Chancen und Risiken, das sie an den heimischen Finanzmärkten vorfinden.
Bei Anleihen aus den Emerging Markets haben die meisten Anleger immer noch die spektakulären Krisen der Vergangenheit vor Augen: Die Asien-Krise von 1997/1998 etwa, die Russland-Krise von 1998 oder auch den Ausfall Argentiniens im Jahr 2001. Diese Entwicklungen haben natürlich seinerzeit viele Marktteilnehmer verschreckt.
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Die Schwellenländer sind solide geworden
Inzwischen hat sich die Situation aber nachhaltig gewandelt. Die Schwellenländer haben aus ihren damaligen Fehlern gelernt, und sind unter hohen Opfern erstaunlich solide geworden. In sehr vielen der aufstrebenden Wirtschaftsnationen aus den Emerging Markets finden wir heute eine beeindruckende finanzielle Stabilität vor (Probleme gibt es verschiedentlich noch in Osteuropa und in einigen der Halb-Despotien in Lateinamerika).
Sowohl die Staatsverschuldung als auch die Schuldenlast der Unternehmen ist in den Schwellenländern in der Regel deutlich geringer als im Westen; und das langjährig überdurchschnittliche Wirtschaftswachstum hat ihre Finanzkraft zusätzlich unterfüttert. Viele dieser Nationen haben sich geradezu zu Musterländern entwickelt, deren Bonität-Einstufungen durch die großen Ratingagenturen sich auch 2011 weiter verbessert haben. 
Diese neue Stabilität steht in einem bemerkenswerten Gegensatz zur überbordenden Verschuldung in zahlreichen Ländern der sogenannten „Ersten Welt“, deren tiefgreifende Probleme spätestens mit der Finanzkrise offensichtlich wurden.
Leitzins-Wende in den Emerging Markets
Eine der Hauptursachen für die hohen Anleihen-Renditen in den Schwellenländern ist deren entschlossene Anti-Inflationspolitik. Während Japan, die USA und der gesamte Euroraum seit Jahren eine Nullzins-Politik fahren, reagierten die Zentralbanken in den Emerging Markets bereits 2010 mit Leitzinserhöhungen gegen den dort wachsenden Inflationsdruck (der größtenteils von den westlichen Notenbanken verursacht wurde).
In Brasilien etwa befand sich der Leitzins im Sommer 2011 in der Spitze bereits wieder bei 12,25 Prozent. Daneben hob Russland den Leitzins im April auf 8,25 Prozent an, Indien und Indonesien kamen 2011 auf Referenzzinssätze von 8,5 Prozent und 6,75 Prozent. Dass in einem solchen Umfeld natürlich auch die Anleihen-Zinsen stark ansteigen, versteht sich von selbst.
Diese konsequenten Leitzinserhöhungen – ohne Rücksicht auf das Wirtschaftswachstum - sind im Übrigen auch ein weiteres Indiz dafür, dass die Schwellenländer derzeit weit seriöser arbeiten als die westlichen Industrienationen, deren ganze wirtschaftspolitische Weisheit bekanntlich nur noch auf billigem Notenbank-Geld beruht.
Das Positive an der derzeitigen globalen Konjunkturabkühlung ist, dass sich damit auch der Inflationsdruck in den Emerging Markets erst einmal erledigt haben dürfte. Viele Schwellenländer, die ihre Geldpolitik 2011 deutlich straffen mussten, können jetzt die Zügel wieder lockerer lassen. Daraus folgt aber auch, dass jene Staats- und Unternehmensanleihen, die dort mitten in der Hochzins-Phase emittiert wurden, in den kommenden Jahren immer interessanter werden sollten – denn vergleichbare Zins-Kupons wie 2011 bei den Schwellenländer-Bonds dürfte es auf absehbare Zeit schlichtweg nicht mehr geben.
Ein Beispiel:
Russland begab im April 2011 (als die Finanzmärkte noch bester Laune waren) neue Bonds mit einer Laufzeit von 10 Jahren. Obwohl es sich dabei um Dollar-Anleihen handelte, und die Investoren von der Wallstreet somit kein Währungsrisiko zu tragen hatten, musste sich das Land zu einem Nominal-Zins von 6,9 Prozent pro Jahr refinanzieren. Dabei ist die russische Staatsverschuldung mit 18 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im internationalen Vergleich lächerlich gering. Zudem verfügt das Land über einen kontinuierlichen Devisen-Zufluss aus seinen umfangreichen Öl- und Gasexporten.
Natürlich sind auch russische Anleihen nicht risikolos. Es stellt sich aber durchaus die Frage, ob etwa gegenüber amerikanischen Staatstiteln ein Risikoaufschlag von 250 Prozent angesichts der wirtschaftlichen Realitäten noch gerechtfertigt ist. Und nicht nur Russland, sondern auch alle anderen Schwellenländer – und deren Unternehmen – müssen dem Kapitalmarkt nach wie vor hohe „Risiko-Prämien“ bieten, um ihre Schuldtitel loszuwerden. Diese sind sogar noch höher, wenn sie ihre Bonds in ihren eigenen Währungen platzieren, da sie sich damit automatisch auch in einem Hochzins-Umfeld befinden.
Weniger Risiken – mehr Rendite
Gerade für Anleger, die für 2012 eher pessimistisch gestimmt sind, sind Schwellenländer-Bonds wegen ihres vorteilhaften Chance-Risiko-Profils die erste Wahl. Zum einen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass global gesehen die Anleihen-Renditen niedrig bleiben, was steigende Kurse für die Schwellenländer-Hochzinspapiere wahrscheinlich macht. Zum anderen hat sich die Bonität der Emittenten aus den Emerging Markets auch grundsätzlich verbessert, was in den Kursen aber noch nicht berücksichtigt ist.
Inzwischen gibt es zahlreiche Fonds, die sich auf Schwellenländer-Bonds spezialisiert haben. Diese Fonds bieten den Zugriff auf eine Vielzahl von Papieren, die der Privatanlager nur schwer selbst kaufen kann. Risikofreudige Investoren können aber auch den Kauf einzelner Anleihen in Erwägung ziehen, von denen wir Ihnen in Teil II einige interessante Exemplare vorstellen.
Problematisch ist allerdings, dass Schwellenländer-Bonds von den meisten Marktteilnehmern nach wie vor als hochriskante Investments gesehen werden. Sollte sich 2012 beispielsweise die Euro-Schuldenkrise nochmals verschärfen, oder die Finanzmärkte aus anderen Gründen in die Knie gehen, dann ist (paradoxerweise) auch bei den Emerging-Markets-Anleihen wieder mit fallenden Kursen zu rechnen. Wir empfehlen Ihnen deshalb zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht, massiv in Schwellenländer-Bonds umzuschichten. Der Zeitpunkt ist aber günstig, um in den kommenden Monaten sukzessive Positionen aufzubauen.
Die erheblichen Zins-Differenzen zwischen den Schwellenländer-Bonds und den Niedrigzins-Papieren hierzulande sind in einer globalisierten Welt nicht auf Dauer haltbar. Früher oder später werden sich diese angleichen. Bis es soweit kommt, besteht bei den Emering-Marktes-Bonds die Aussicht auf üppige Zins-Kupons.
In der aktuellen Ausgabe unseres Gratis-Börsendienstes EMERGING MARKETS REPORT stellen wir Ihnen verschiedene interessante Schwellenländer-Bonds mit Zinskupons von aktuell zwischen 6 und 10 Prozent vor; darunter Anleihen aus Brasilien und Russland und die Corporate Bonds einer osteuropäischen Ölgesellschaft.
Melden Sie sich an unter:
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Autor: , Quelle: EMFIS.COM
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