02.12.11
ThyssenKrupp: Milliardenverlust - charttechnisch angeschlagen
Frankfurt 02.12.2011 (www.emfis.de) Im abgelaufenen Geschäftjahr konnte sich ThyssenKrupp zwar über eine mangelnde Stahl-Nachfrage nicht beklagen. Wertberichtigungen im Milliardenumfang sorgten aber für einen überraschend hohen Verlust.
Unterm Strich entstand ein Fehlbetrag von 1,78 Milliarden Euro, nachdem der deutsche Stahlriese im Vorjahr noch einen Gewinn von 927 Millionen Euro verbucht hatte. Dies war insbesondere auf Abschreibungen auf das amerikanische Stahlgeschäft und auf den Edelstahlbereich zurückzuführen. In den USA und in Brasilien war vor einiger Zeit mit dem Bau größerer Werke begonnen worden, wobei die Kosten jeweils aus dem Ruder gelaufen waren.
Bei dem Brammenwerk in Brasilien hat sich außerdem die Inbetriebnahme verzögert. Das US-Stahlgeschäft wiederum verusachte auch operativ einen Verlust von fast 1 Milliarde Euro. Insgesamt nahm ThyssenKrupp auf die verschiedenen Problem-Bereiche Wertberichtigungen von 2,9 Milliarden Euro vor. Analysten zeigen sich vom hohen Umfang der Abschreibungen mehrheitlich überrascht.
Seit Anfang Juli hat sich der Aktienkurs von ThyssenKrupp annähernd halbiert. In der Kursentwicklung dürften also eine gewisse konjunkturelle Abkühlung und auch die Probleme in den USA teilweise bereits vorweggenommen worden sein.
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Underperformer gegenüber dem Gesamtmarkt
Unschön ist allerdings, dass die Aktie – anders als der DAX – nicht im September ihr bisheriges Jahrestief erreichte, sondern erst im Oktober – und dass dieses Tief dann vergangene Woche nochmals unterboten wurde. Trotz der jüngsten Erholung kann deshalb von der Ausbildung eines stabilen Bodens noch nicht gesprochen werden.
Hinzu kommt noch, dass die Aktie auf das heutige Zahlenwerk naturgemäß mit Kursabschlägen reagierte. Der Titel verlor bis zum Nachmittag 2,9 Prozent auf 18,46 Euro, während sich der DAX gleichzeitig um 1,74 Prozent nach oben auf 6141 Punkte entwickelte. Es besteht die Gefahr, dass sich diese Underperformance gegenüber dem Gesamtmarkt in den kommenden Wochen fortsetzt.
Autor: , Quelle: EMFIS.COM
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