Kolumne -  & Wirtschaftsnews - 15.07.10

Chinas Wirtschaftsdaten im Überblick, Teil 2

Liebe Leser,

nachdem ich vor drei Tagen bereits eine erste Zusammenfassung der chinesischen Daten im Bereich Außenhandel und Devisen gegeben hatte, kamen heute die mit Spannung erwarteten Wirtschaftsdaten des Landes für das zweite Quartal und das erste Halbjahr.
Auch hier nachfolgend eine Zusammenfassung.

Wie das chinesische Statistikbüro mitteilte, wuchs die Wirtschaft im zweiten Quartal um 10,3 Prozent und verlangsamte damit gewollt gegenüber dem ersten Quartal seine Geschwindigkeit um 1,6 Prozent.  Wie es heißt, haben die durch die Regierung veranlassten Maßnahmen zur Straffung der Kreditvergabe, der Investitionen und das Vorgehen gegen Immobilienspekulation gegriffen.
Auf Sicht des ersten Halbjahres lag das Wachstum des BIP bei durchschnittlich 11,1 Prozent. Im ersten Halbjahr 2009 lag es im Zuge der Weltwirtschaftskrise bei lediglich 7,4 Prozent.
Das Wachstum des ersten Halbjahres liegt im Bereich der Prognose von 11 Prozent der OECD für das Gesamtjahr 2010.
Wie der Sprecher des Statistikbüros, Sheng Laiyun auf der Pressekonferenz bekannt gab, betrug das BIP- Volumen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 2,55 Billionen US Dollar. Weiter führte Sheng aus, dass das Ziel der Regierung darin bestehe, die Wirtschaft weiter abzukühlen. Der Bereich von knapp über 8 Prozent sei anstrebenswert.

Weiter gab das Statistikbüro bekannt, dass der Verbraucherpreisindex (CPI) im Juni mit 2,9 Prozent überraschend langsam angestiegen war. Er lag unter dem Anstieg von 3,1 Prozent im Mai, der stärksten Zunahme der letzten 19 Monate. Erwartet hatte man einen Preisanstieg zwischen 3,1 und 3,5 Prozent. So ergab im Vorfeld eine Bloomberg- Umfrage bei 28 Ökonomen für den Juni eine Prognose der Inflationsrate von 3,3 Prozent. Für den laufenden Monat gingen die Ökonomen bisher von einem Preisanstieg von bis zu 4 Prozent aus. Das dürfte wahrscheinlich nach unten revidiert werden.
Auf Sicht der ersten sechs Monate lag der Anstieg des CPI bei 2,6 Prozent
Die durch die Regierung vorgegebene Obergrenze des durchschnittlichen Preisanstieges in diesem Jahr liegt bei 3 Prozent.
In den städtischen Gebieten Chinas stiegen die Preise im ersten Halbjahr um durchschnittlich 2,5 Prozent in den ländlichen Gebieten um 2,8 Prozent.
Die Preise für Nahrungsmittel, welche mit etwa einem Drittel im CPI gewichtet sind, stiegen um 5,5 Prozent. Im Juni waren sie um 5,7 Prozent nach oben gegangen.
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Der Einzelhandelsumsatz in China konnte laut dem Statistikbüro im ersten Halbjahr gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 18,2 Prozent auf 7,27 Bio. Yuan (1,06 Bio. USD) zulegen. Dabei war der größte Anstieg mit 18,6 Prozent auf 6,27 Bio. Yuan in den städtischen Räumen zu verzeichnen. In den ländlichen Gebieten stieg der Umsatz um 15,6 Prozent auf eine Billion Yuan an.
Die größten Steigerungen im Einzelhandel erzielten dabei unter anderem die Auto- Verkäufe. Diese hatten sich in der ersten Hälfte des Jahres gegenüber dem Vorjahr um 37,1 Prozent erhöht. Kräftig nach oben ging es auch in der Möbelbranche. Hier wurde eine Umsatzsteigerung von 38,5 Prozent erreicht und im Segment der Haushaltsgeräte ging es um 28,8 Prozent nach oben.

Das Wachstum der industriellen Wertschöpfung Chinas war im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 17,6 Prozent gestiegen.
Sie lag damit bereits um 10,6 Prozent über dem Niveau des Gesamtjahres 2009, so der Sprecher des chinesischen Statistikbüros, Sheng Laiyun.
Der Produzenten- Preis Index (PPI) stieg im gleichen Zeitraum um durchschnittlich 6 Prozent. Im Juni hatte er gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,4 Prozent zugelegt.
Zurückgegangen war die Industrieproduktion im Juni. Das Plus von 13,7 Prozent lag unter den Prognosen von 15,1 Prozent.
Die Anlageinvestitionen stiegen laut dem Statistikbüro im ersten Halbjahr um 25,5 Prozent. Damit verlangsamten sie sich im Vergleich erstes Halbjahr 2009 zu 2008, wo der Anstieg bei 33,6 Prozent lag. Dieser Anstieg war auf das Einsetzen des 4 Bio. Yuan schweren Konjunkturpaketes der Regierung zurückzuführen.
Insgesamt erreichten die Anlageinvestitionen ein Volumen von 11,42 Bio. Yuan (1,67 Bio. USD). In den Immobilienbereich flossen 1,97 Bio. Yuan, ein Anstieg von 38,1 Prozent.

Nach dem gesamten Zahlenwerk für das erste Halbjahr bleibt festzustellen, dass China unter den weltweit größten Volkswirtschaften die am schnellsten wachsende ist und bleibt.
Auch wenn sich das Wachstum bis Jahresende weiter Entschleunigen sollte, so ist dass durch die Regierung beeinflusst so gewollt.
Stephen Roach von Morgan Stanley in Asien hatte gegenüber Bloomberg eine Jahreswachstumsprognose von 8 bis 9 Prozent abgegeben.
Für die OECD scheint es inzwischen ausgemacht zu sein, dass Chinas Wirtschaft noch in diesem Jahr die von Japan überholen wird und damit zur Weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft hinter den USA aufrückt.



Autor: (il), Quelle: EMFIS.COM


 

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