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Wirtschaftsnews -  & Analyse - 01.06.12

ThyssenKrupp - geht es noch billiger?

Essen 01.06.2012 (www.emfis.de) Die Aktie von ThyssenKrupp ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Das Papier des deutschen Stahlkochers rutschte heute bis zum frühen Nachmittag um weitere 3,4 Prozent auf 12,90 Euro ab. Allein seit Februar, als das Papier in der Spitze noch bei knapp 23 Euro notierte, hat sich der Kurs damit fast halbiert. 

Zwar liegt dem Kursverfall auch die allgemein schwache Stahlkonjunktur zugrunde – fast alle großen Stahlaktien haben in den vergangenen Monaten stark abgegeben. Ein erheblicher Teil der Probleme ist aber hausgemacht. Insbesondere das Engagement des Traditionskonzerns bei Steel Americas (USA, Brasilien) geriet zu einem Fiasko. Rund 12 Milliarden Euro hat die Gesellschaft dort bereits versenkt, und eine Rückkehr in die Gewinnzone ist dennoch weiterhin nicht zu erwarten.
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Es ist kein Geheimnis, dass ThyssenKrupp sich derzeit bemüht, Steel Americas ganz oder in Teilen wieder loszuwerden. Dabei könnten Ansätze einer sich abzeichnenden Lösung den Kurs kurzfristig durchaus stimulieren. Aus Aktionärssicht ist es dennoch mehr als ärgerlich, dass das Unternehmen jetzt mitten in einer zyklischen Krise willige Käufer für den Bereich finden muss, die dafür zurzeit sicherlich nicht viel berappen wollen. Nach einer Trennung von Steel Americas wiederum würde ThyssenKrupp von einer Erholung im Stahlsektor nicht ansatzweise mehr so stark profitieren können wie ursprünglich geplant – und dies alles nur, weil die Probleme derart aus dem Ruder gelaufen sind, dass ein Notverkauf zum schlechtesten Zeitpunkt unumgänglich war. 

Aktie nach wie vor im freien Fall 

Aus der charttechnischen Sicht jedenfalls ist der Abwärtstrend bei der Aktie von ThyssenKrupp völlig intakt. Eine Bodenbildung ist derzeit ebenso wenig sichtbar wie Anzeichen einer Kursstabilisierung. Daneben ist auch das Gesamtmarkt-Umfeld aktuell wenig förderlich. Insofern sind weitere Kursverluste – trotz der inzwischen sehr niedrigen Bewertung und der in Teilen berechtigten Hoffnung auf einen operativen Turnaround – nicht nur möglich, sondern auch relativ wahrscheinlich. Anleger, die hier mit einem Einstieg liebäugeln, sollten abwarten, bis sich auch die charttechnische Verfassung aufbessert.



Autor: (gh), Quelle: EMFIS.COM


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