Kolumne -  & Wirtschaftsnews - 04.05.11

Ambitioniert: China will 200 GW Windstrom, Deutschland diskutiert

Während hierzulande die Frage der erneuerbaren Energien, vor allem jener aus Windkraftanlagen, kontrovers diskutiert wird und sich allenthalben eine Bürgerinitiative nach der Anderen gegen die notwendigen Stromtrassen gründet, werden in China Nägel mit Köpfen gemacht.

Hinlänglich bekannt ist, dass der meiste Windstrom inzwischen nicht in Deutschland oder in den USA produziert wird, sondern in China. Und die weiteren Ziele sind ehrgeizig:
Bis Ende dieses Jahres sollen die chinesischen Windkraftwerke eine Gesamtkapazität von 58 Gigawatt erreichen. Dazu werden Windräder mit einer Kapazität von über 18 Gigawatt hochgezogen. Damit steht jede dritte Windturbine der Welt im Reich der Mitte.
<u>Um die Dimensionen zu verdeutlichen</u>: Ende 2010 betrug die Energieleistung chinesischer  Windkraftanlagen fast 30 GW, und das war bereits ein durchschnittlicher Anstieg von 100 Prozent innerhalb des letzten Fünfjahrplanes.
Die vom größten staatlichen Energieversorger, der State Grid Corporation of China (SGCC), veröffentlichten Zukunftsdaten sind sehr ambitioniert, zeigen aber auch die Priorität die die Regierung diesem Energiebereich zukommen lässt.

200 GW bis 2020
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Laut dem neuen Fünfjahresplan, soll Chinas Windkraftleistung bis 2015 auf 112 Gigawatt gesteigert werden. Bis 2020 erwartet die SGCC eine Gesamtkapazität von 200 Gigawatt. Im Vergleich dazu strebt Deutschland bis 2020 eine Windenergieleistung von bis zu 50 GW an. Laut der Veröffentlichung der IKB Deutsche Industriebank betrug die Leistung im vergangenen Jahr 30GW.
Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass in China allein ein Unternehmen, die staatliche Sinovel Wind Group, über eine Leistungskapazität aus Windkraft von über 10 GW verfügt, ein Drittel der gesamten deutschen Windkraftleistung. Das Unternehmen, welches weltweit die Nummer Zwei in diesem Bereich ist, hatte im vergangenen Jahr Anlagen mit 4,39 GW errichtet. Der in Deutschland in Betrieb genommene Offshore-Windpark Baltic 1, liefert 50 MW. Ein „normales“ AKW produziert etwa 1 GW.

Im Zusammenhang mit der weiteren Entwicklung der Windkraft in China, sollen zukünftig nur noch Windkraftanlagen mit einer Leistung ab 100.000 KW aufwärts errichtet werden. Die Anlagen unter dieser Grenze werden sukzessive zurückgefahren und abgebaut. Von den seit 2009 errichteten 187 Windenergie-Projekten, betreffen diese Maßnahme immerhin 59 Prozent.
Mit dem Stand 2010 verfügte China über insgesamt 12.904 Windkraftanlagen, so die chinesische Wind Energy Association.

Mit diesen Maßnahmen will die chinesische Regierung einerseits den wachsenden Energiebedarf zunehmend aus dem Bereich der erneuerbaren Energien sichern und andererseits auch das Image als einer der größten CO2- Produzenten der Welt abstreifen.
Man ist also auf gutem Wege die Kohle, als den Hauptenergielieferanten schlechthin, weiter zurückzudrängen.  



Autor: (il), Quelle: EMFIS.COM


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