Wirtschaftsnews -  & Politiknews - 21.03.11

Japan - Opferanzahl steigt weiter

Tokio 21.03.2011 (www.emfis.com) Am Sonntag gaben die zuständigen japanischen Katastrophenschutzbehörden bekannt, die Opferanzahl sei auf 8.133 Tote und 12.272 Vermisste angestiegen. Nach Einschätzung der Behörden wird die Anzahl der Todesopfer in den kommenden Tagen weiter steigen. Allein in der Präfektur Miyagi geht die Polizei davon aus, dass das Erdbeben und der Tsunami bis zu 15.000 Todespfer gefordert haben könnte.

Währenddessen steigt in Japan immer mehr die Furcht vor Verstrahlung. Wechselhafte Winde könnten radioaktive Wolken von den Unglücksreaktoren über die japanische Hauptinsel Honshu treiben, wie das Wetteramt des Landes befürchtet. Zurzeit sei zwar vor allem die Region Fukushima betroffen, allerdings könnten die Wolken auch in Richtung Tokio wandern. In dem Großraum wären mehr als 40 Mio. Menschen von der Strahlung bedroht. Bisher blieb die Hauptstadt noch relativ verschont von Radioaktivität, es wurden nur geringe Mengen von radioaktivem Jod im Trinkwasser gemessen, dies könnte sich allerdings in den nächsten Tagen ändern sollten die Winde Richtung Tokio drehen.
Derweilen hat die japanische Regierung den Verkauf von Milch aus Fukushima untersagt. In dem Gebiet wurden Strahlenwerte gemessen, welche teilweise um das 2000-Fache die Grenzwerte übersteigen.

Die Lage in den Reaktoren ließ am Sonntag allerdings wieder etwas Hoffnung aufkommen. Es gelang 300 Ingenieuren die Reaktorblöcke 1, 2 und 5 wieder an das Stromnetz anzuschließen, zudem wird Block 6 mit einem Diesel-Notstromaggregat gekühlt. Die Betreiber hoffen nun, bis Montag oder Dienstag weitere Fortschritte melden zu können.
Sorgen bereitet vor allem der Reaktorblock 3, welcher wegen plutoniumhaltiger Mischoxid-Brennelemente als besonders gefährlich eingestuft wird. Der Druck im Reaktorbehälter war am Montagmorgen stark angestiegen, obwohl er 13 Stunden lang unter dem Beschuss von Wasserwerfern stand.

Heute soll die Rettungsaktion in eine neue Runde gehen. Die japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte wollen mit Spezialpanzern beginnen, Trümmer auf dem Gelände des beschädigten Atomkraftwerks Fukushima aus dem Weg zu räumen. Dies berichtete die japanische Nachrichtenagentur „Kyodo News“ am Sonntag. Mit aufmontierten Bulldozerschaufeln sollen verstrahlte Trümmerteile aus dem Weg geräumt werden, damit die Helfer Zugang zu den Reaktorblöcken erhalten.



Autor: (th), Quelle: EMFIS.COM


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